Reviews

* SG-Records-Magazin *

Erfahrt hier das neuste über aktuelle Studioproduktionen, das Album eurer Lieblingsband und den momentanen CD Veröffentlichungen.

Natürlich geben wir hier unsere Kritik und jede Menge Senf dazu. Auch wenn Ihr kein Label habt, leihen wir auch Eurer CD ein Ohr.

* Vorberichte *

Vorberichte

* Liveberichte *

Liveberichte

* Zurück zu Magazin *

Magazin

Metal Message Sampler – V (Various Artists)

Fünfte Ausgabe des Pagan-, Viking,-Folk - Samplers + Interview mit Markus ECK

+++ Sehr verspätet erreicht nun endlich auch uns der fünfte Teil der Metal Message-Sampler und hält einige Überraschungen und Ohh-Effekte bereit! +++

Naturverbundenheit, Weltoffenheit, eine kleine Leidenschaft für Terry Pratchet & Comics, sowie Liebe zum Detail sollte man neben der musikalisch passenden Ausrichtung mitbringen, wenn man sich der fünften Ausgabe der Metal Massage-Sampler widmet!

Jeder, der schon einmal einen Metal Message-Sampler in den Händen gehalten hat weiß, mit wieviel Herzblut, Detailverliebtheit und Undergroundgespür der Macher Markus Eck diesen Compilations Leben einhaucht. Mit viel Sorgfalt wählt er die Bands aus der Pagan-, Viking- und Folk-Metal-Szene aus, und serviert dem geneigten Hörer so manchen unbekannten Leckerbissen. Wer also auf Blind Dates steht, dürfte hier auf jeden Fall nicht enttäuscht werden.

Vor allem werden aber auch diejenigen nicht enttäuscht, die viel Wert auf die äußere Erscheinung legen. Zumindest haute es mich fast vom Hocker, als ich den öden braunen Briefumschlag öffnete und mich blaues Licht blendete – ja blau, denn genau in dieser kräftigen Farbe erstrahlt die DVD-Hülle, in welcher dieses künstlerische Meisterwerk seinen Weg zu den Fans findet. Sobald sich die Augen erholt haben, sticht einem dann, genau zu dieser Farbe abgestimmt, das Cover-Artwork des viel beschäftigten US-Künstlers Ed Repka ins Auge. Es trägt den Namen "Thor's Fight Against Cave-Trolls", wurde im 80er Jahre-Comic-Stil illustriert und spiegelt treffend den musikalischen Inhalt dieser Kompilation wieder. Also obwohl ich noch keinen Ton gehört habe, bin ich schon begeistert und kann es kaum erwarten den restlichen Inhalt zu erkunden.

Liebevoll, zeitintensiv und mit enormer Passion zu Mutter Natur wurde das 32-seitige Booklet gestaltet. Hier darf man sich gerne länger aufhalten, in den abendlichen Weiten eines Bergsees versinken, durch grünes Hochland wandern, die herbstlichen Farben des Laubes aufsaugen oder aber am winterlichen Lagerfeuer Platz nehmen – aber leider nur in Gedanken wenn man sich die wunderschönen Fotoaufnahmen (gemacht von Markus Eck himself) der vier Jahreszeiten betrachtet. Diese Naturaufnahmen sprechen wahrlich für sich und lassen einen den grauen Großstadtmief und die blanke Zerstörung der Natur fast vergessen – für einen kurzen, wertvollen Augenblick!
Neben diesem künstlerischen Aspekt findet man noch einige profunde Infos zu den vertretenen Bands inkl. Bandfoto. In diesem ausführlichen Rahmen habe ich eine Veröffentlichung noch nie zu Gesicht bekommen und die Verwurzelung von Markus auf diesem Sektor ist einfach nicht zu übersehen und natürlich auch zu hören.

Nun möchte ich mich, nachdem die liebevolle graphische Gestaltung nun meine vertiefenden Worte erhalten hat, nämlich endlich dem musikalischen Inhalt und somit den vertretenen Bands widmen, und ihnen meine Zeit und Augenmerk schenken.

13 Bands aus 8 verschiedenen Ländern dürfen hier ihre Künste zeigen und angeführt wird dieser Reigen von FIMBULVET aus Thüringen. Diese steuern ihren epischen Song „Helias Bann“ bei und damit leitet der sympathische thüringische Pagan-Dreier diese Kompilation gebührend ein. Weiter geht es mit den räudigen Trollen von HROMOVLAD, welche ihren tiefschwarzen Pagan Metal mit folkig-mittelalterlichen Anleihen mit einer Inbrunst zelebrieren, wie man sie heutzutage wirklich selten erleben darf. Die Slovaken hätten keinen besseren Titel als „Slavia“ aussuchen können. Die Reise führt uns weiter nach Russland, wo man die eher seltenere Musikausrichtung Progressiv Folk Metal vorfinden wird. Diese wird von dem fünfköpfigen Gespann TUMULUS zelebriert und trifft den Punkt eigentlich ganz genau, denn „Kochvonov Plyas" ist tatsächlich etwas verschachtelt und vielschichtig arrangiert. Überladen ist er aber dennoch nicht und das Durchblitzen der russischen Tradition verfeinert die Komposition zusätzlich. Allerdings ecke ich etwas bei den hellen Gesangslinien von Kuchma an. Allein auf weiter Flur wandelt der kanadische Solist David Parks und bildet alleine die Besetzung von DARK FOREST. Sein musikalischer Fokus liegt auf atmosphärischer Epik, welche majestätischer innerhalb der acht-Minuten von „Journey To Ever-Eternal Skies" gesteigert wird. Rasend und nachtschwarz fegen die Brasilianer von TIWAZ (diese waren mir als einzige Band völlig unbekannt) über uns hinweg. Ihr Song „The Battlelore" lässt zwar eher den Black Metal hochleben, aber dennoch findet man fein eingewobene Folkelemente wieder, welche den Song gekonnt auflockern und veredeln. Nun kommt eine Band, welche mir sehr am Herzen liegt. Ihre EP „Memories In Frost“ hatte mich überrascht und daher freue ich mich umso mehr, dass die Nordrhein-Wandalen DYRATHOR mit „Im Auge des Sturms“ ihren Beitrag hier leisten dürfen. Mit ihrem druckvollen Viking-Metal bereichert dieses blutjunge Sextett diese Scheibe wirklich.

Die rohen und rauen galizischen Vocals von Nocturno, welcher seines Zeichens bei XERIÓN agiert, fügen sich perfekt in die ruhigen Slow-Parts vom dramatischen „No Pazzo Derruido Da Existencia" ein, und entfachen unwillkürlich eine Gänsehaut. Zudem werden immer wieder diese folkloristischen Einsprengsel in diesem Song verwoben, sodass die Heimatverbundenheit der Vier bestens unterstrichen wird. Für mich ganz besonders toll ist, dass die deutsche Pagan-Ur-Formation ADORNED BROOD meinen persönlichen Lieblingssong vom letzten, nicht ganz so berauschenden, Album „Noor“ auf diese Kompilation geschmissen haben – „Sons Of The Damned“! Leicht aggressiv, aber dennoch hymnisch – einfach toll. Im Keltischen fühlen sich die Iren von WAYLANDER zu Hause und in eben diese Richtung driftet auch ihr Song „As Delties Clash". Wie auch schon Hromovlad oder Tiwaz, haben sich die Belgier von NATAN eher in schwarzen Gefilden nieder gelassen und geben ihrem Song „Volkskracht“ ebenfalls durch leichte Folk-Anleihen das gewisse Etwas. Weiter geht es mit den beiden heimischen Bands ANDRAS und OBSCURITY, welche beide bei mir sehr häufig den Weg in den CD-Spieler finden. ANDRAS steuern „Miasma Track“ bei. Ebenfalls eine paganisch-schwarze Mischung, welche unter die Haut geht und OBSCURITY servieren mit dem dynamischen „Nach Asgard wir reiten" einen brachialen Viking Metal-Song mit tödlich-schwarzen Anleihen der obersten Güteklasse. Für mich der beste Track des ganzen Werkes, auch wenn viel gutes Material vorhanden ist. Abgeschlossen wird diese Sammlung von dem Belgier VINTERNATT, welcher ebenfalls rau und wüst voran geht, aber die Folkanteile nicht außer Acht lässt.

Die Intention von Markus, nämlich eine Plattform, welche die Musikrichtungen Pagan-, Viking- und Folk-Metal dem Hörer näher bringt, zu schaffen ist auch diesmal wieder bestens gelungen und ich denke, mit größtmöglicher Energie umgesetzt worden. Allerdings ist mir gleich beim ersten Hördurchlauf aufgefallen – auch der Black Metal durfte hier einmal seine Fähigkeiten unter Beweis stellen.

Die Auswahl der Bands ist mit Sicherheit hochwertig, wenn auch nicht alles in meinem Gehörgang Gefallen gefunden hat. Aber das ist bei 13 Bands auch nicht möglich, vor allem da natürlich nicht jede Band oder jedes Projekt genau den Song aussucht, den ich gut finde – auf dieser Ebene soll also jeder sein eigenes Urteil fällen!

Wie auch seine Vorgänger, gibt es "Metal Message V" nur in einer limitierten und von Hand durchnummerierten Auflage, welche streng auf 2000 Stück begrenzt ist. Da wir die Kompilation erst gut ein Jahr nach der Veröffentlich erhalten haben, kann ich nicht sagen wie groß der Bestand noch ist, oder ob er vielleicht sogar schon auf 0 ist! Als Sonderzugabe gibt es auch noch einen Metal Message-Aufkleber dazu und eine spezielle, ganz persönliche Message von Markus Eck an euch – diese ist ganz im Zeichen der Naturverbundenheit auf einem speziellen und extradicken Ökopapier gedruckt.

Ich selbst bin froh dieses naturverbundene Juwel nun mein Eigen nennen zu können, denn musikalisch ist alles bestens und auch das Booklet mit seinen beeindruckenden Naturaufnahmen und Infos zu allen Bands wird als besonderes Schmuckstück ehrvoll behandelt werden.

Tracklist:

01. FIMBULVET (Deutschland)- "Helias Bann"
02. HROMOVLAD (Slowakei) - "Slavia"
03. TUMULUS (Russland) - "Kochevonov Plyas"
04. DARK FOREST (Kanada) - "Journey To Ever-Eternal Skies"
05. TIWAZ (Brasilien) - "The Battlelore"
06. DYRATHOR(Deutschland) - "Im Auge des Sturms"
07. XERIÓN (Spanien) - "No Pazo Derruido Da Existencia"
08. ADORNED BROOD (Deutschland) - "Sons Of The Damned"
09. WAYLANDER (Irland) - "As Deities Clash"
10. NATAN (Belgien) - "Volkskracht"
11. ANDRAS (Deutschland) - "Miasma Track"
12. OBSCURITY (Deutschland) - "Nach Asgard wir reiten"
13. VINTERNATT (Belgien) - "De Zwarte Mis"

Punkte: Einzigartig - Ohne Wertung
Label: Kontakt: Markus Eck @ Metal-Message
Songs: 13
Spielzeit: 77:39 Min
Genre: Pagan- Viking- Folk
VÖ: 12/2008

INTERVIEW mit MARKUS ECK:



Hallo Markus! Für die wenigen, die dich nicht kennen – stelle dich doch bitte mal unseren Lesern vor.



Vielen Dank für die Möglichkeit eines Interviews an dich beziehungsweise euch! Über mich könnte man sagen: "Er offenbart sich stets unbekümmert bereits nach einigen Verhörminuten als unverbesserlicher Vollblutmetaller und Freigeist. Als diese Person sich im zarten Alter von zwölf Jahren dazu entschloss, AC/DC für immer auf den "Highway To Hell" zu folgen, und im Zuge dessen irgendwann auf Iron Maiden's zeitlose "Killers" traf, war es um seine Tauglichkeit als Radiohörer vollends geschehen. Auch sonst war bei ihm vieles danach nie wieder so wie vorher. Über die Jahre unermüdlich als abenteuerlicher Entdecker in beinahe unzähligen Substilistiken unterwegs, stieß er dabei selbst in finsterste Schwarzmetallbereiche und obskure Folklorestahl-Dunstkreise vor. So kam ihm seine Unbeirrbarkeit jedesmal zugute, wenn die schafartigen Hörermassen von der mächtigen Tonträgerindustrie immer wieder mit allzu schnelllebigen Trends verführerisch angelockt wurden. Vorsicht: Macht schnell und rücksichtslos von einer eigenen Meinung Gebrauch. Absoluter Starrsinnsfeind - durchdringt immer wieder sämtliche Musikgeschmackklischees." Angefangen mit Metal an sich habe ich mit circa 15 Jahren. Und noch heute gibt mir diese einzigartige Musik viel mehr als sich so mancher vorstellen mag beziehungsweise kann. Musik ist mein Leben. Sie kann einem wichtige Türen zu einem selbst öffnen, wenn man es zulässt. Wenn ich all die Stunden, die ich bis heute in METALMESSAGE beziehungsweise meine damit verbundenen Projekte gesteckt habe, zusammenzählen würde, würde eine für mich astronomisch hoch anmutende Zahl herauskommen. Daher verschwende ich daran ehrlich gesagt keinen Gedanken, ich mache einfach immer weiter. Neben all der Musik und der Auslebung meiner Passionen für Mutter Natur ernähre ich mich qualitativ möglichst hochwertig und mache sehr viel Sport: Krafttraining und Laufen im Winter, und im Sommer kommen intensives Radfahren und viel Schwimmen dazu. Als ich mit zwölf Jahren das erste Mal mit Metal in Berührung kam, war es gleich um mich geschehen. Ich hörte bei einem Kumpel die "Killers"-LP von Iron Maiden, welche ich mir sofort auf Tape zog. Das habe ich heute noch, und es läuft noch immer prächtig. Stark geprägt von einer wohl "klassischen" Hardrock- und Metal-Laufbahn, begann ich aber sowieso so früh als möglich, den frühen Helden diverser Stilistiken begeistert zu lauschen. Dabei blieb es natürlich nicht. So kamen über die Jahre Tausende von Bands und eine stetig gesteigerte Begeisterung für harte und manchmal weniger harte Musik in mein Leben, welches gerade durch Metal - und Musik an sich - ein sehr bewusstes geworden ist. Erfreut beobachtete ich an mir die ständige eigene musikalische Weiterentwicklung, was Stilistiken und Inhalte meiner Lieblingsmusik anbelangte. Heute höre ich mir eigentlich alles an, was mich positiv berührt und habe schon längst aufgehört, Bands mein Interesse nicht in gebührender Weise zukommen zu lassen, nur weil sie in einem Genre agieren, welches mich nicht so sehr auf den Plan ruft. Simultan zu dieser Passion registrierte ich - mit ständig wachsendem Unmut - die stellenweise erschreckende Unkenntnis bei einigen Teilen der Metal-Presse sowie einen mitunter schier beängstigend anmutenden Dilettantismus, mit welchem manche Artikel oder auch gerade Kritiken über "meine" Bands verfasst wurden und werden. Auch reicht der Wahrheitsgehalt der Berichterstattungen oftmals nicht annähernd an die Realität heran und auch der lyrische Anspruch erfüllt nur sehr selten mein ästhetisches Empfinden. Irgendwann fing ich daher an, mir meinen Enthusiasmus von der Seele zu schreiben; zuerst nur für mich und für Freunde, dann in zunehmendem Maße professioneller. Ich bemühe mich, es immer etwas anders zu machen als der Großteil der Zunft; also primär etwas mehr Begeisterung und Emotionalität in meine Artikel zu transformieren, da der Leser an sich meiner Meinung nach so zu mehr Interesse zu bewegen ist. Ich habe als Schwermetaller jedenfalls schon manche Überraschung erlebt, die mir bewies, dass die wertvollsten Perlen oft aus sehr großen Tiefen gefischt werden müssen. Ein Ende ist daher nicht in Sicht - und mich wird man wohl also auch noch als dann noch immer hoffentlich geistig bewussten Spätrentner mit meiner musikalischen Leidenschaft erleben können. Ich habe bereits eine Menge im Leben gemacht - neben zwei erlernten Berufen mit jeweiligem gutem Abschluss entdeckte ich irgendwann das Schreiben für mich. So wurde ich das, was ich heute hauptsächlich bin - freier Autor. Eine echte Leidenschaft. METALMESSAGE ist somit mittlerweile die wohl größte beziehungsweise an eigenen Artikeln umfangreichste Einmann-Metal-Magazin-Seite der Welt geworden. Ich jedenfalls kenne keine inhaltsreichere Seite, die von einem Einzelnen auf die Beine gestellt wurde. Für METALMESSAGE verfasse ich haufenweise Rezensionen, Interviews und mehr. Daneben habe ich eigens eine Seite für all meine Naturfotografien dort eingerichtet.



Wie viel Zeit genau hast Du in die Idee, Umsetzung und Fertigung von METALMESSAGE V gesteckt? Immerhin ist es ja doch sehr ins Detail verliebt und präzise umgesetzt worden.



Solche Veröffentlichungen nach eigenen Wunschvorstellungen zu realisieren, das dauert. An "V" beispielsweise saß ich circa eineinhalb Jahre, in der Regel täglich. Zum Glück habe ich einen hervorragenden Grafiker fürs Layout meiner Veröffentlichungen, mit dem ich seit Längerem wirklich exzellent zusammenarbeite. Neben der Musik haben mich die oftmals prächtig und detailliert gemalten Frontcover beziehungsweise grafischen Gestaltungen der Veröffentlichungen aus dem Metal-Bereich schon seit jeher vollauf fasziniert. Nicht selten kaufte ich Platten nur wegen dem Cover, obwohl die Musik darauf mir selbst gar nicht so gut gefiel. Irre. Aber so sind sie eben, die Großsammler - mit Hingabe am Werk. Im Zuge dessen störte es mich auch schon immer sehr, dass so mancher wirklich geniale Coverzeichner im Gegensatz zur jeweiligen Band fast nichts von all dem Ruhm abbekam, welcher so manchen Metal-Releases heftig zuteil wurde. Eines Tages hatte ich die konstruktive und ergiebige Idee, selbst Sampler zu kreieren, welche sowohl Bands als auch den beteiligten Covermalern eine probate Supportmöglichkeit bieten sollten. So ist an jeder METALMESSAGE-Kompilation auch ein Pinselkünstler beteiligt, welcher das Frontcover nach meinen zugrunde liegenden Ideen dazu gestaltet. Ich versende ja immer haufenweise Review-Exemplare an viele einschlägige Metal-Medien, wobei ich nicht müde werde, die Rezensenten vorab immer wieder drauf hinzuweisen, bitte auch etwas übers Frontcover etc. zu schreiben. Wenn ich manchmal in ein Gespräch über Spartenmusik verwickelt werde, höre ich leider immer öfter das hilflose Statement: "Der Song war ja so geil! Aber keine Ahnung, wie die Band oder der Song hieß oder was das Frontcover des Albums war, ich hab' den Track halt als MP3 halt bei mir auf dem Rechner in irgendeinem meiner vielen Ordner. Hab' da ja sowieso schon keinen Überblick mehr drüber." Also, Leidenschaft, Tiefgang und Hingabe definiere ich persönlich im Metal jedenfalls anders. Nicht zuletzt eben auch ein massiver Antriebsfaktor für die METALMESSAGE-Reihe, die da genau dagegen ansetzt!



Ausgehende von der letzten Frage stellt sich mir natürlich die Frage, ob das das nicht einen immensen Kosten- und Zeitaufwand darstellt?



Der Kosten- & und auch der Zeitaufwand dafür ist wirklich immer wieder enorm. Aber weder Zeit noch Mammon haben für mich eine Bedeutung im Gegensatz zu meiner riesigen musikalischen Leidenschaft. Allein die unzähligen ganzen vorangehenden Emails mit allen Beteiligten nehmen sicherlich eine Unmenge an Zeitkontingent in Anspruch. Doch Kontakte zu „exotischen“ Truppen stelle ich von Anfang an immer ganz besonders gerne her, mich reizen fremde Kulturen und Ansichten sehr! Ich bin der Auffassung, dass jedes noch so kleine Land auf der Welt in der Historie eine ganz eigene Kultur, einen ganz eigenen naturnahen Spiritualismus und daraus resultierend auch eine ganz ureigene religiöse Weltsicht hatte – zumindest, bevor sie von den großen „Weltreligionen“ ihrer Identität beraubt wurden. Leider fielen der Machtgier und der Grausamkeit genannter Weltreligionen fast alle Naturvölker zum Opfer – ich denke da beispielsweise primär an die einstigen und heute verbliebenen Ureinwohner Amerikas oder Australiens, denen ganze Kontinente brutal geraubt wurden und die heute ein erbärmliches Schattendasein gegenüber den „zivilisierten“ Usurpatoren führen müssen. Es gibt viele sehr interessante Bücher zu diesem Kontext. An dieser Stelle möchte ich auch noch die so genannten „Entwicklungsländer“ ansprechen, welche ja vor ihrer kulturellen Zerstörung allesamt über Jahrtausende entstandene blühende Hochkulturen waren – ja, bis ihren altspirituellen Traditionen und Glaubensauffassungen eben „im Namen des Herrn“ der Garaus gemacht wurde. Doch zurück zum eigentlichen Thema: Wenn also Bands aus solchen Bereichen der Erde ihre ganze eigene Art von Pagan Metal kreieren und damit ihren Ahnen beziehungsweise deren ruhmreichen Taten und Überlieferungen mit allem Stolz huldigen, so empfinde ich das schlicht gesagt als großartig! Mir persönlich kann es ehrlich gesagt eigentlich gar nicht exotisch und fremdartig genug sein. Am liebsten habe ich es sogar, wenn dann auch noch alttraditionelles Instrumentarium zum Einsatz kommt. Ich hoffe daher sehr, dass noch viel mehr Bands aus abseits entfernten Regionen des Planeten die vielen wunderbaren Ausdrucksmöglichkeiten des heidnischen Metal für sich entdecken und die Fans mit hochgradig künstlerisch eigenständigen Musikwerken beglücken werden. Bislang gibt es nämlich gerade einmal eine brauchbare Melodic Black Metal-Horde aus Ägypten – doch ich kann mir da soviel mehr vorstellen. Gerade die altägyptische Mythologie mitsamt all ihren herrlichen Mysterien bietet doch einen unerschöpflichen Fundus an Möglichkeiten für solcherlei Klänge. Ja, „heidnisch“ ging es wie gesagt ganz früher überall auf dieser Welt zu, nicht nur in Europa. Mein persönliches wichtigstes Ziel habe ich auf jeden Fall erreicht, ich habe einige aufrechte Musikherzen sehr erfreut damit und den beteiligten Bands definitiv zu größerer Popularität verholfen.



Welches Kriterium muss eine Band für dich erfüllen, um einen Ehrenplatz auf einer Deiner Compilations zu ergattern? Schreibst Du die Bands selbst an oder melden sich diese bei Dir? Vor allem da viele ja gar nicht aus heimischen Gefilden kommen, sondern aus der ganzen Welt stammen.



Selbstverständlich muss für mich als bekannt tiefgründigen Szenemenschen eine ganze Reihe Kriterien erfüllt werden, damit ich eine Band überhaupt erstmal als interessant beziehungsweise geeignet erachte, um auf einem METALMESSAGE-Sampler zu partizipieren. Und mit den Jahren bin ich immer anspruchsvoller geworden – ein nur natürlicher Vorgang, denke ich. Mal schreibe ich eine Band an, mal ist es umgekehrt. Also, zuallererst mal muss mich das musikalische sowie optische und ideelle Gesamtbild einer Band 100%ig ansprechen. Nach den ersten Anläufen in der gegenseitigen Kommunikation muss mir die Band dann auch unbedingt positive Eigenschaften wie beispielsweise Seriosität, Korrektheit, Aufrichtigkeit, Souveränität und Zuverlässigkeit zu vermitteln wissen. Ja, und hochgradig leidenschaftlich sollten sie hinter ihrer Kunst stehen. Manche Gruppen schreiben beziehungsweise antworten ja nur alle paar Wochen mal, mit solcherlei halbherzigen Metierakteuren will beziehungsweise kann ich nicht kooperieren.



Wie schaffst Du es, vor allem in der heutigen Zeit, den Überblick in dieser musikalischen Sparte zu bewahren? Pagan-Bands sprießen wie Pilze aus dem feuchten Waldboden und gehen aber ebenso schnell wieder ein, weil sich die Bandmitglieder mit dem Kern dieser Musik eigentlich gar nicht auseinander gesetzt haben und es auch gar nicht wollen.



Meiner Neugier und meiner Liebe zur Musik verdanke ich meine umfangreiche Kenntnis in diesem Bereich. Sicherlich gibt es mittlerweile eine große Anzahl an inhaltlich und ideell unaufrichtigen Bands. Trotzdem: So einige Fans haben schon verstanden, worum es dabei im Eigentlichen geht. Nämlich nicht um verklärte Sichtweisen zu althistorischen Belangen und auch nicht um die übersteigerte Glorifizierung von nicht selten recht grausamen Zeiten unserer Vorväter, die es beileibe nicht immer leicht hatten. Viele aus dem Metier nennen sich aber auch „Fans“, und wollen in dieser Szene doch einzig nur ihre primitiven Triebe ausleben. Über die bisweilen höchst eigentümlichen Verhaltensarten von solchen diversen Szenegängern erlaube ich mir jedoch hier kein Urteil, und das brauche ich auch gar nicht – denn die abstoßenden Bilder ihrer Hinterlassenschaften auf den Festival-Plätzen etc. sprechen ja eine allzu deutliche Sprache. Ein Mensch aber, der sich aus aufrichtigen Motiven zum Heidentum bekennt, liebt in allererster Linie die Natur, die ihn umgibt – er respektiert sie also auch von Herzen und schändet sie nicht.



Gehst Du selbst noch privat auf so einschlägige Festivals wie das hoch gelobte Ragnarök-Festival, die neue Paganfest-Tour oder auch kleinere Festivals auf diesem Sektor?



Konzertbesuche werden bei mir tendenziell leider immer weniger, was neben einem gewissen Sättigungsgrad auch nicht wenig am oftmals stark befremdlich anmutenden Verhalten einer ganz gewissen, na, sagen wir mal, unerträglich selbstdarstellerisch veranlagten, Besucherklientel liegt – doch das hier zu erörtern beziehungsweise zu kritisieren ist nicht meine Aufgabe. Mir sind jedenfalls möglichst kleine Veranstaltungen am liebsten, wo man in der Regel auf möglichst viele tiefgründige Seelen trifft, denen es ernsthaft und seriös um die Musik an sich geht.



Eine typische Frage. Wie siehst du die Entwicklung und Verbindung zu Rechts?



Darauf muss man immer gut aufpassen! Dieser immens leidige Punkt macht mich immer wieder sehr traurig, denn er schadet den wirklich seriösen und wirklich ernsthaften Künstlern im Pagan Metal-Bereich doch noch immer sehr. Das wird wohl leider auch nicht aufhören, solange man damit plump und pseudoelitär provozieren kann – und eine gewisse Sorte an Menschen kann sich bekanntermaßen immer wieder für dumpfe Plumpheit roh begeistern. Arglistig getäuscht wurde ich selbst noch nicht, da ich fast alle wichtigen und ernsthaften Szenekenner dieser Welt zu meinen guten Kontakten zähle – sollte ich mir im Zweifelsfalle also trotz meiner ganzen Recherchen noch nicht sicher sein, frage ich gegebenenfalls dort explizit und gezielt über eine Band beziehungsweise deren Dunstkreis nach, solange, bis ich 100%ig sicher bin. Als „momentan“ ist diese Problematik daher auch beileibe nicht zu bezeichnen, denn gewisse extreme Kreise mit einem ganz gewissen Aufmerksamkeitsdefizit drängen schon seit längerer Zeit in den heidnisch orientierten Metal. Das Problem an sich liegt in der Verwendung von altheidnischen beziehungsweise altnordischen Symboliken und der Runenschrift beziehungsweise deren -Zeichen, wie man als Informierter weiß. Diese wurden im bislang dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte für machthungrige Zwecke auf perfide Weise missbraucht. Daher war es nur eine Frage der Zeit, bis Rechtsrockgruppen und deren nebulöse Hintermänner im Pagan Metal ein neues Betätigungsfeld beziehungsweise Rekrutierungspotenzial erkannten und erwartungsgemäß entsprechend für ihre gefährlichen Ziele und Ansichten nutzen wollten. Dies führte bekanntlich dazu, dass einige Provokateure in den Reihen der Metal-Szene auch schnell von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machten, trotz mangelndem Talent sehr viel Popularität zu erlangen. Eine Art traurige kausale Logik. Früher war es „Satan“, mit dem man sich breiten- und gewinnträchtig im extremen Metal inszenieren konnte, doch „Satan“ in Bild, Bedeutung und letztlich Wort prangt heutzutage mittlerweile ja schon auf Kaffeetassen, Regenschirmen, Plastikbadelatschen, Unterhosen, Baseballmützen, Autoaufklebern etc. etc. etc. Damit kann also niemand mehr erschreckt werden, geschweige denn für irgendein Aufsehen bei den Scharen der Metal-Fans gesorgt werden. Heute sind es daher eben verbotene beziehungsweise geächtete Symboliken, Zeichen und Liedertexte aus dem rechten Lager. Ich selbst bin absoluter Vernunftmensch und halte daher gar nichts von extremem Gedankengut jedweder Art, denn das macht den Menschen immer zu einem Hassklumpen, der anders Denkende nicht akzeptiert beziehungsweise respektiert. So entstehen Kriege. Aber wie heißt es so schön beziehungsweise traurig: Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen. Fakt ist: Gerade, wenn man sich noch recht neu in der Szene bewegt, ist die Gefahr umso größer, unbewusst mit extremen und nicht selten kranken Gesinnungen konfrontiert zu werden. Da heißt es: So gut als möglich vorsichtig sein! Im Zweifelsfalle sollte also immer erst ausreichend recherchiert werden, mit wem man sich auf was einlässt. In der Regel gilt auch: Je extremer und aggressiver sich eine Band in Erscheinung, Songtiteln und Lyriken darstellt, desto größer ist natürlich auch die Gefahr, dass einem da ein so genannter Wolf im Schafspelz unterkommt. Metieranfänger sollten sich daher ganz einfach an die vielen Veröffentlichungen und Bands der großen beziehungsweise vollauf etablierten Labels halten, denn diese veröffentlichen ja erst gar nichts Verbotenes.



Hast du schon neue Projekte in Planung?



Im Moment ist die Zeit noch nicht reif, um etwas Definitives drüber zu verkünden. Ich stecke ja gegenwärtig noch voll im Promotion-Prozess zur aktuellen Veröffentlichung drin - und da kommen primär so einige kommunikative Aufgaben zusammen, welche ein riesengroßes Zeitkontingent einnehmen. Ich bin ein sehr intuitiver Geist und warte immer auf den für mich spürbar richtigen Zeitpunkt, um mich einer neuen Aufgabe zu stellen - das hat bisher glücklicherweise auch immer sehr produktiv funktioniert. Ich werde mich auf jeden Fall bemühen, immer noch besser dabei zu werden. Jedoch: Der Tag wird einst kommen, da habe ich in einer mystischen Vision aufgrund eines spezifischen Schlüsselerlebnisses wieder ein ganz bestimmtes Frontcover vor meinem geistigen Auge, welches ich dann schnellstmöglich von einem talentierten Maler umgesetzt beziehungsweise verwirklicht sehen möchte. Ein schöner wahr werdender Traum wäre es, beispielsweise den begnadeten Amerikaner Ken Kelly oder gar den immens talentierten Briten Rodney Matthews für die METALMESSAGE-Serie als Illustrator gewinnen zu können. Doch Matthews ist bekannter Maßen seit vielen Jahren vollauf bekennender Christ, von daher wird das wohl nicht möglich sein. Schade, denn ich verehre seine Künste sehr. Kelly wird da schon eher zustimmen, wir werden sehen.


Wie lebst Du selbst? Setzt du Heidnische Grundsätze zum Schutz von Mutter Natur gezielt im Alltag um?



Wie alles im Leben ist es natürlich letztendlich auch in Sachen Heidentum eine völlig individuelle Geschichte, wie man damit umgeht beziehungsweise wie man danach lebt. Extreme haben noch niemals jemandem gut getan. Ich persönlich war bereits schon als Kind ein ausgesprochener Naturverehrer, daher wurde ich mit Aufkommen der Subkategorie auch schlagartig Pagan Metal-Anhänger. Ich bin also sozusagen naturreligiös. Denn der Mensch kommt ja, nicht nur paläontologisch betrachtet, direkt aus der Gebärmutter von Mutter Natur – doch ist ihm mittlerweile der größte Teil der Natürlichkeit bedauerlicherweise abhanden gekommen. Was sich beispielsweise in einer Unzahl der verschiedensten Allergien bemerkbar macht. Alles wird ja beispielsweise den ganzen lieben langen Tag nur noch desinfiziert, jeder noch so kleine menschliche Duft wird weggesprüht mit synthetischen Duftstoffen, manche duschen gar dreimal am Tag mit Überdosen von Duschgels, in aller Hast reingestopft wird zum Großteil wertloser und zuckerreicher Fabrikfraß, etc. etc. Ich könnte dazu seitenlang weiter aufzählen. Ich will hier aber auch nicht immer nur realkritische Negativismen vom Stapel lassen. Aber solange die profitgierige Pharmaindustrie prächtig an den neuen „Zivilisationskrankheiten“ mitverdient, werden die Lebensumstände für die Menschen global immer noch naturferner und artfremder werden. Ist ja auch so viel bequemer. Nur darum funktioniert der große Plan der ganzen Lobbyisten mit der Spezis Homo Sapiens ja überhaupt erst. Irgendwann werden wir allesamt aus Tuben unsere genetisch ausoptimierten „Lebensmittel“ nuckeln und das höchstwahrscheinlich dann auch noch lecker finden. Eine grausige Vision. Aber wenn das mit den immer mächtiger werdenden Monopolisten auf diesem Sektor so weitergeht, werden sie über kurz oder länger alles an Firmen schlucken, was kleiner ist als sie. Ein sehr interessanter und aufschlussreicher, aber auch immens bestürzender Dokumentarfilm zu diesem leidigen Kontext ist „We Feed The World“ von Erwin Wagenhofer. Nachdem man den gesehen hat, überlegt man sich zweimal, welche Nahrung man wo genau einkauft. Der antike griechische Philosoph Platon aus Athen sagte: „Nur die Toten haben das Ende des Kriegs gesehen.“ Stimmt genau, und diese zeitlose Weisheit lässt sich auch auf den vorherigen Themenkontext anwenden, denn die weltweiten findigen Food-Designer der mächtigen Lebensmittelkonzerne werden wohl niemals damit aufhören, an den Ernährungsgrundlagen der Menschheit manipulierend herum zu basteln. Apropos: Von Wagenhofer ist auch der erschreckende Dokumentarfilm `Let’s Make Money`, welcher das global verheerende Treiben des weltweiten rücksichtslosen Banken- und Finanznetzes ausleuchtet.



Markus Eck